In den Niederlanden gilt auf dem Wasser eine allgemeine Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde für Motorboote. In Friesland wirst du diese Geschwindigkeit auf den Binnengewässern jedoch kaum erreichen. Die Provinz setzt niedrigere Geschwindigkeiten fest, um Ufer, Natur und andere Wassersportler zu schützen. Es gibt drei Geschwindigkeitszonen, die du kennen solltest.

Maximale Fahrgeschwindigkeiten je nach Situation

Die wichtigste Regel: Je schmaler und stärker befahren das Gewässer, desto langsamer solltest du fahren.

Auf den großen Kanälen gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 12,5 Kilometern pro Stunde. Dazu gehören der Prinses-Margriet-Kanal und der Van-Harinxma-Kanal, die Hauptwasserstraßen Frieslands. Auch in den betonten Fahrrinnen auf den großen Seen wie dem Sneekermeer und dem Tjeukemeer gilt diese Geschwindigkeit. Du erkennst die Fahrrinnen an den roten und grünen Bojen.

Außerhalb der Fahrrinnen auf den Seen und auf den meisten anderen Wasserwegen beträgt die Höchstgeschwindigkeit 9 Kilometer pro Stunde. Das gilt für den größten Teil des friesischen Fahrgebiets. Auf offenem Wasser der Seen, auf breiteren Wasserwegen und auf Verbindungsrouten zwischen Dörfern fährst du mit dieser Geschwindigkeit.

In Häfen, innerhalb geschlossener Ortschaften sowie auf schmalen Wasserwegen und Gräben beträgt die Höchstgeschwindigkeit 6 Kilometer pro Stunde. Das entspricht etwa Schrittgeschwindigkeit. Es fühlt sich langsam an, aber auf schmalem Wasser verursacht eine höhere Geschwindigkeit Wellenschlag, der Ufer beschädigt und Nester von Wasservögeln stört. Auf der Turfroute durch Südostfriesland gilt diese Geschwindigkeit von 6 km/h auf der gesamten Strecke.

Wie erkennst du, welche Geschwindigkeit gilt?

Wie im Straßenverkehr gibt es auch auf dem Wasser Verkehrszeichen. Ein quadratisches weißes Schild mit rotem Rand und einer schwarzen Zahl zeigt die Höchstgeschwindigkeit in Kilometern pro Stunde an. Beim Einfahren in einen Hafen oder Ort siehst du oft ein Schild mit „6“. Beim Verlassen wird manchmal wieder eine höhere Geschwindigkeit angezeigt.

Auf den Seen erkennst du die Fahrrinnen an der Betonnung: rote und grüne Bojen markieren die Fahrrinne. Innerhalb dieser Bojen gilt 12,5 km/h, außerhalb 9 km/h.

Eine praktische Faustregel: Wenn du dir unsicher bist, fahre langsamer. Zu langsam fahren ist kein Verstoß – zu schnell fahren schon. Die Wasserschutzpolizei kontrolliert in Friesland aktiv die Geschwindigkeit. Laut Rijkswaterstaat ist zu schnelles Fahren der häufigste Verstoß auf dem Wasser.

Schnellfahrgebiete

Auf einigen friesischen Seen sind Schnellfahrgebiete ausgewiesen, in denen du schneller als 9 km/h fahren darfst. Diese Gebiete sind mit gelben Tonnen markiert und befinden sich unter anderem auf dem Sneekermeer, dem Heegermeer, dem Slotermeer und dem Tjeukemeer.

Für Fahrer von gemieteten Motorbooten sind diese Gebiete jedoch nicht relevant. Schnellfahren ist nur mit kleinen, schnellen Motorbooten mit einer Wasserverdrängung von maximal 1,5 Kubikmetern erlaubt. Motorjachten, wie sie bei den meisten Vermietern in der Flotte sind, fallen nicht darunter.

Die Schnellfahrgebiete sind vom 30. April bis einschließlich 30. September geöffnet, zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Ein Bootsführerschein ist Pflicht und das Mindestalter beträgt 18 Jahre.

Warum niedrigere Geschwindigkeiten in Friesland?

Friesland entscheidet sich bewusst für niedrige Fahrgeschwindigkeiten. Der wichtigste Grund ist der Schutz der Ufer. Wellenschlag von zu schnell fahrenden Booten trägt Ufer ab und beschädigt Schilfzonen. Das betrifft nicht nur die Natur, sondern auch die Nester der Wasservögel.

Darüber hinaus sorgen niedrigere Geschwindigkeiten für mehr Sicherheit. Auf den friesischen Gewässern fahren Motorboote, Segelboote, Schaluppen, Kanus und SUP-Boards durcheinander. Niedrige Geschwindigkeiten geben allen ausreichend Raum, um sicher zu manövrieren.

In der Praxis

Was bedeuten diese Geschwindigkeiten für deinen Bootsurlaub? In der Praxis nur wenige Einschränkungen. Ein durchschnittliches Mietmotorboot fährt etwa 7 bis 9 Kilometer pro Stunde. Damit liegst du auf den meisten Wasserwegen bereits nahe am Maximum. Die Geschwindigkeitsregeln bestätigen eigentlich das Tempo, das zum Bootfahren in Friesland gehört: ruhig, entspannt und aufmerksam.

Rechne mit dieser Geschwindigkeit bei der Planung deiner Route. Von Terherne nach Sneek sind es etwa 8 Kilometer. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 8 km/h bist du in etwa einer Stunde dort. Von Terherne nach Grou ist es ähnlich. Längere Routen wie die Elfstedentour von 200 Kilometern dauern bei diesem Tempo schnell 25 bis 30 Stunden reine Fahrzeit, verteilt über mehrere Tage.

Möchtest du mehr über Fahrregeln, Routen oder die Planung deiner Bootstour erfahren? Schau dir die Routenseiten auf der Website an oder kontaktiere uns für eine persönliche Beratung.